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Autonomous Trap 001

“What you’re looking at is a salt circle, a traditional form of protection—from within or without—in magical practice. In this case it’s being used to arrest an autonomous vehicle—a self-driving car, which relies on machine vision and processing to guide it. By quickly deploying the expected form of road markings—in this case, a No Entry glyph—we can confuse the car’s vision system into believing it’s surrounded by no entry points, and entrap it.”

-James Bridle

Two years ago I’d have thought this was creepypasta/metafiction

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Warum lebt ein Drittel aller jungen Erwachsenen noch bei ihren Eltern, anstatt zu heiraten und eine eigene Familie zu gründen?


Wussten Sie, dass der Anteil an 18-34 jährigen Amrikanern, die verheiratet sind und mit ihrem Partner zusammenleben seit 1975 um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist? Damals lebten 57 Prozent dieser Altersgruppe "mit einem Partner zusammen", heute aber sind es nur noch 27 Prozent. Diese Zahlen stammen aus dem Bericht "Die sich verändernden wirtschaftlichen Umstände und Demografie junger Erwachsener", der gerade von der US Zensusbehörde veröffentlicht wurde. Einige meinen, der Grund für diese dramatische kultuelle Verschiebung sei ein Phänomen namens "verlängertes Erwachsenwerden", während andere fürchten, dass ein Grossteil junger Männer und/oder junger Frauen die Vorstellung einer Heirat für sich komplett ausgschlossen hat.

Anstelle einer Hochzeit, gefolgt von der Einrichtung eines eigenen Haushaltes entscheiden sich viele junge Erwachsene dazu, dass ein Leben mit Mama und Papa ihre beste Option ist. Tatsächlich fand dieser Bericht der Zensusbehörde heraus, dass einer von drei der 18-34 jährigen Amerikaner noch bei den Eltern lebt:

Laut dem Bericht "Die sich verändernden wirtschaftlichen Umstände und Demografie junger Erwachsener" von 2016 lebt noch einer von drei Amerikanern im Alter von 18-34 bei den Eltern.

An zweiter Stelle steht das Leben mit einem Ehepartner (27 Prozent), gefolgt von einer anderen Lebensform (z.B. das Leben mit einem Mitbewohner oder Verwandten, 21 Prozent), das Leben mit dem Freund oder der Freundin (12 Prozent) und alleine leben (8 Prozent).

Als die letzte Rezession endete sollte sich dieser Trend eigentlich wieder umkehren, stattdessen aber stieg der Anteil junger Erwachsener, die bei ihren Eltern leben nur noch mehr an. Das wird sehr ernste Konsequenzen für die schwelende Pensionskrise haben, worüber ich an anderer Stelle noch schreiben werde.

Viele dieser jungen Erwachsenen sind auch in keinster Weise produktive Mitglieder unserer Gesellschaft. Tatsächlich ergab der Bericht, dass einer von vier aller 25-34 jährigen Amerikaner, die momentan zu Hause leben weder eine Arbeitsstelle haben, noch einer Ausbildung nachgehen.

Mit anderen Worten, diese Leute brauchen dringend ein Leben. Ich fand dn CNBC Kommentar dazu sehr treffend:

Einer der denkwürdigste Saturday Night Live Scherze aller Zeiten stammt aus dem Jahr 1986, als der Gast William Shatner sich selbst bei einer fiktionalen Star Trek Convention spielt. Als er eine kindische Frage nach der anderen beantworten muss durch die Fans, die allesamt Ende 20 oder 30 sind verliert Shatner die Geduld und brüllt: "Besorgt euch ein Leben, geht das? Ich meine, es ist doch nur eine verdammte TV Sendung!.. Zieht endlich aus dem Keller bei euren Eltern aus! Besorgt euch eine eigene Wohnung und werdet endlich erwachsen!"

31 Jahre später scheint es ganz so, als bräuchte eine ganze Menge Amerikaner genau diese Botschaft. Darum gehts: Die Zensusbehörde hat festgestellt, dass es mehr 18-34 Jahre alte Menschen gibt, die bei ihren Eltern leben, als mit ihrem Partner.

Viele junge Männer wollen heute aber auch gar nicht mehr den traditionellen Lebensweg geben mit Ehe, Familie, Karriere etc.

Tatsächlich lehnen viele von ihnen die Vorstellung einer Ehe grundsätzlich ab. Die Autorin Suzanne Venker sagt, dass viele dieser Männer den Mangel am Heiratswunsch auf moderne Frauen schieben:

"Wenn ich sie nach dem warum frage, dann ist die Antwort immer die selbe: Die Frauen sind keine Frauen mehr." Der Feminismus lehrt den Frauen, dass Männer der Feind sind und das hat die Frauen "wütend" gemacht und "ablehnend, auch wenn ihnen das oft nicht klar ist."

"Heute haben Männer keinen Ort mehr, wo sie hingehen können. Es ist genau diese Dynamik - Frauen gut/Männer schlecht - mit der die Beziehung der Geschlechter zerstört wurde. Und doch ist immer noch der Mann, der Schuld daran ist, wenn eine Liebe zerbricht.

"Die Männer haben es satt. Sie haben es satt, dass ihnen gesagt wird, dass da etwas grundlegendes falsch an ihnen ist. Sie haben es satt gesagt zu bekommen, dass wenn Frauen nicht glücklich sind, dann ist es die Schuld der Männer."

Auf der anderen Seite sind viele Frauen extrem verstört, dass heutzurage nur noch so wenige Männer bereit sind, sich zu binden. Viele Männer sind einfach nur auf den Sex aus mit einer endlosen Reihe von Frauen, ohne dass sie einer davon einen Ehering über den Finger stülpen müssen.

Natürlich ist es Männern klar, dass wenn sie einige der größten Vorteile der Ehe bekommen (Sex, Partnerschaft etc.) ohne sich gleichzeitig binden zu müssen, dann ist das ein ziemlich tolles Geschäft für sie.

Ich selbst bin ein großer Fan der Ehe, der Rest der Gesellschaft aber bewegt sich in die exakt gegenteilige Richtung. Laut Pew Forschungszentrum glauben nun 44 Prozent der 18-29 jährigen Amerikaner, dass die "Ehe überflüssig wurde".[..]

Aber natürlich leben nicht alle jungen Erwachsenen aus den falschen Gründen zu Hause. Angesichts unseres langfristigen wirtschaftlichen Niederganges ist es heute viel schwerer für junge Menschen, eine gutbezahlte Arbeit zu finden, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Das folgende stammt von CNS News:

"Viele junge Männer fallen an das untere Ende der Einkommensleiter," so die Studie der Zensusbehörde. "Im Jahr 1975 hatten nur 25 Prozent aller Männer im Alter von 25-34 ein Einkommen von unter 30.000 Dollar im Jahr. Im Jahr 2016 dagegen stieg dieser Anteil auf 41 Prozent aller jungen Männer (jeweils zu Preisen von 2015)."

Ich habe absolut kein Problem mit jungen Erwachsenen, die aus wirtschaftlichen Gründen vorübergehen bei ihren Eltern einziehen. Die Millennials sind einfach nur Opfer unser kaputten Wirtschaft [und des Feminismus, d.Ü.] und daher sollten wir sie nicht zu schnell aburteilen.

VIele dieser jungen Menschen haben bereits mit ihrem Universitätsabschluss einen großen Schuldenberg angehäuft.

Laut der Behörde für Arbeitsstatistiken haben sich die Kosten für die Universitätsausbildung seit 2006 um erstaunliche 63 Prozent erhöht. Wir versichern unseren jungen Leuten, dass sie nach ihrem Abschluss einmal in gutbezahlte Stellen reinkommen werden, mit denen sie ihre Studienkredite abzahlen können, viele aber müssen beim Abschluss feststellen, dass die versprochenen guten Arbeitsplätze überhaupt nicht existieren.

Heute liegen die Gesamtschulden aller amerikanischen Studienkredite bei einer Billion Dollar. Das ganze hat sich zu einer großen nationalen Krise entwickelt und verkrüppelt eine ganze Generation finanziell.

Wer also das nächste Mal mitbekommt, dass ein junger Erwachsener noch immer zu Hause lebt, dann sollte man mit seinem Urteil warten, bis man die Fakten kennt.

Ja, es gibt viele die einen Tritt in den Allerwärtesten brauchen, damit sie endlich in die Puschen kommen, aber es gibt auch Millionen, die ganz einfach nur zum Opfer unseres laufenden und langfristig wirkenden wirtschaftlichen Zusammenbruchs werden.
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During WWI, the word “fuck” was used too often, it was considered noteworthy when someone didn’t use it. E.g., “Get your fucking rifles,” was considered routine, whereas “Get your rifles,” implied urgency and danger.

That’s basically how my daily language works

I had to fact check this one, and here’s a British Library source that corroborates it.

You need to hang out with more infantry, because that shit didn’t just end with the Armistice

This is why Steve Rogers saying “LANGUAGE” in AoU is definitely him trolling Tony and you will never convince me otherwise.

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I can’t get enough of this. :-)

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Ehrenwerte Familien: Libanesische Clans in Deutschland


Im Café, hinter den dichten Schwaden, ist Ahmed fast unsichtbar. Der Libanese zieht an der Wasserpfeife, bläst durch die Nase Rauch aus, der seinen Kopf umhüllt wie Watte. Jeder Satz ist ein Bekenntnis. „Wir sind schlimmer als die Familie Corleone im Kino, glaub mir das bitte.

Kommt nicht oft vor, dass einer wie er „bitte“ sagt. Normalerweise gebraucht er den Imperativ, erhebt gern die Stimme, wenn er etwas gefragt wird und zur Antwort ansetzt.

Libanesische Großfamilien begehen in deutschen Ballungsräumen schamlos Straftaten, ohne dass das viel beachtet würde. Es ist wie bei der Wasserpfeife: Die Sicht wird vernebelt. Allein in Berlin leben zwölf bis 17 solcher Clans, mit mehreren Tausend Angehörigen, schätzen Ermittler. Mitglieder aus acht bis zehn dieser Clans sollen kriminell in Erscheinung treten. Sie heißen Al-Zein, Remmo, Omeirat, Miri oder Abou-Chaker, Letztere sind Palästinenser.

Eine selbst erschaffene Welt

Die Gangster leben in einer selbst erschaffenen Welt, zu der Polizei, Behörden und die Politik keine Verbindung mehr haben. FOCUS hat bei den Clans recherchiert. Die Erkenntnis: Manche Großstadt ist längst von diesen Menschen und ihrem Tun unterwandert.

Ahmed, Anfang 40, heißt eigentlich anders - aber er will seinen richtigen Namen nicht gedruckt lesen. Er ist ein Teil dieser Welt, gehört zum Al-Zein-Clan, dem berüchtigtesten von allen. Seine Geschichte kreist vor allem um eine Frage: Wie viel Wohlstand braucht der Mensch? Er erzählt aus seinem Leben - weil er nicht will, dass immer nur die Klischees über die Clans verbreitet würden, sagt er. Was man nicht vergessen dürfe: Nicht alle seien Straftäter. Das Ruhrgebiet, wo Ahmed wohnt, ist aber eine Heimat der kriminellen Familien, neben Bremen und - natürlich - Berlin.

Ein einträgliches Geschäft

„Wir sind in vielen Bereichen aktiv: Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Geldeintreiben, illegaler Handel mit Tabak und Medikamenten gehörten dazu“,sagt Ahmed und lächelt dabei so gleichmütig wie eine Buddhastatue in der Auslage einer Apotheke. Manche Clans vermieten schäbige Unterkünfte an Flüchtlinge oder kontrollieren das Rotlichtmilieu. Andere lehnen Letzteres aus religiösen und moralischen Gründen ab. Sie haben normalerweise nichts gegen schmutziges Geld. Aber dieses ist ihnen dann offenbar doch zu schmutzig.

Ahmed hat eine bullige Statur, trägt Bart. Sein Händedruck duldet keinen Widerspruch, seine Augen huschen umher, blitzen misstrauisch. Niemand, mit dem man Ärger haben möchte. In seiner Familie ist Ahmed angesehen, mischt bei den „großen Sachen“ mit und kennt sich aus mit Raub oder Schutzgelderpressung.

Das schmutzige Geld der Clans, viele Millionen Euro im Jahr - konkreter wird Ahmed nicht -, wird im Gebrauchtwagenhandel gewaschen, mit Immobiliengeschäften im Libanon. Und in der deutschen Gastronomie: in Shisha-Bars, Restaurants, Sportwetten-Klitschen, Spielcasinos.

Nicht alle Clan-Mitglieder agieren im Untergrund. Arafat Abou-Chaker beispielsweise ist berühmt - als große Nummer in seiner Sippe und Geschäftspartner des Rappers Bushido. Der Musiker sucht seit Langem die Nähe des Clans und ist selbst wegen versuchten Betrugs zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt worden. Er hatte einen Einbruch angezeigt, wollte seine Versicherung um 360.000 Euro prellen. Bushido hatte behauptet, im November 2014 sei jemand in seinen Aquaristik-Laden eingebrochen, dabei seien Fische, Korallen und Ausstattung sowie Bargeld gestohlen worden. Das Dumme nur: Den Einbruch hat es offenbar nie gegeben.

Bei Streit vermittelt ein "Friedensrichter"

Die meisten Clans teilen das Geschäft in ihren Städten straßenweise untereinander auf, filetieren den Stadtplan. Die Al-Zeins regieren etwa in den Arbeitervierteln des Ruhrgebiets oder Teilen von Berlin-Neukölln.

Gibt es Streit, und das passiert oft, zwischen einzelnen Mitgliedern der Familie oder zwischen rivalisierenden Clans, vermittelt ein sogenannter Friedensrichter. Das ist ein älterer, hoch respektierter Mann, der im Namen der Clans Urteile fällt. Für Körperverletzung bei einer Messerstecherei etwa heißt die Strafe: 100.000 Euro „Schmerzensgeld“ an den Geschädigten. Um einen Mord zu sühnen, müssen Täter schon mal bis zu eine Million Euro Strafe zahlen, natürlich alles am Staat vorbei. Ahmed: „So wird Blutrache verhindert.“ Er bläst den Shisha-Rauch aus.

Die Al-Zeins stehen für spektakuläre Fälle wie den KaDeWe-Raub

Die Al-Zeins stehen für spektakuläre Kriminalfälle, etwa den Überfall kurz vor Weihnachten 2014 auf das KaDeWe in Berlin, bei dem sie Luxusuhren und Schmuck im Wert von 817 260 Euro erbeuteten.

Auch der „Poker-Raub“ ist ein Lehrstück der Kriminalistik. Am 6. März 2010 überfielen Mitglieder des Abou-Chaker-Clans ein Pokerturnier in Berlin, stahlen 242.000 Euro. Manche Täter wurden geschnappt, das Geld ist aber verschwunden.

Einer der mächtigsten Paten in Ahmeds Clan ist Mahmoud Al-Zein. Er lässt sich „Präsident“ nennen, wurde bereits 2005 in Berlin verhaftet und später wegen Drogenhandels zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Heute lebt er im Ruhrgebiet.

Auch die Ermittler haben keine Chance

„Wir sind seit Jahren mit dieser Personengruppe beschäftigt“, berichtet einer, der gegen die Familien ermittelt hat. Laut dem Kripo-Beamten gehen die Clans brutal vor: Er erzählt von einem Fall, bei dem eine Familie einen Rivalen im Keller eines Shisha-Cafés folterte. Die Täter schlugen ihrem Opfer mit Maurerhammer und Beil immer wieder auf die Gelenke, zertrümmerten ihm die Schleimbeutel. Er jammerte und schrie: „Erschießt mich! Ich halt die Schmerzen nicht mehr aus.“ Allerdings zog der Zeuge seine Aussage später zurück. „Wohl gegen ein beträchtliches Schweigegeld“, so der Ermittler.

Beweise gegen die Kriminellen zu finden ist sehr mühsam. Denn trotz ihrer Größe bilden die Clans geschlossene Zirkel. „Wir bekommen in diese Familienstrukturen einfach keine V-Leute rein“, sagt der Beamte und zuckt mit den Schultern. Rechtsstaat und Politik geben auf.

Was helfen könnte, wäre ein neues Gesetz: die Umkehr der Beweislast. Finden die Beamten bei Clan-Mitgliedern, die meist Hartz IV beziehen, große Mengen Bargeld, zum Beispiel wie die 35.000 Euro in einem Herren-Halbschuh in Berlin, müssen sie nachweisen, dass das Geld aus illegalen Quellen stammt. „Dabei sollte es umgekehrt sein“, sagt der Berliner Oberstaatsanwalt Sjors Kamstra. „Man müsste denen leichter nehmen können, worauf sie am meisten aus sind: das Geld.“

Die Familienehre geht über alles

Man kann die Lebensart der Clans getrost archaisch nennen. Eine Gesellschaft, in der Frauen den Männern gehören und ein falsches Wort den Tod bedeuten kann. Vor allem weil eines so wichtig ist, wichtiger als alles: die Ehre der Familie.

Vielleicht kann man Ahmed nur verstehen, wenn man im Fond seines Nobelautos sitzt, Farbe: natürlich Gangster-Schwarz, sich von ihm kutschieren und die Familiengeschichte erzählen lässt. Die meisten der hier beschriebenen Clans waren ursprünglich Kurden aus dem türkischen Südostanatolien. Sie zogen in den Libanon, wo sie vor allem im Obst- und Gemüsehandel malochten. Ein Zuhause fanden sie auch dort nicht - der Krieg trieb sie wieder aus dem Land, vor allem Anfang der 1980er-Jahre. Viele davon nach Deutschland. So war es auch bei Ahmed. 1984 wanderten er und seine Familie als Asylbewerber ein.

Ahmed hält an einer Ampel, zeigt auf ein Teehaus: „Das ist ein Laden, wo sich viele von meinem Clan abends treffen, vor allem die Älteren.“ Ein paar Häuserzeilen weiter nickt er mit dem Kopf in Richtung einer kreuzenden Hauptstraße: „Die gehört uns.“ Er lächelt.

"Ich wusste: muss ich haben"

„Ich habe diese Dinge in den Schaufenstern gesehen. Die schicke Mode. Die Nobelautos. Ich wusste: muss ich haben.“ Ahmed ballt die Fäuste und lässt sie aufs Lenkrad sausen. Schnittige Anzüge beim Herrenausstatter - auch das kann kriminell machen. Es fing mit Ladendiebstählen an. Dann begann der Sippennachwuchs, Mitschüler „abzuziehen“, also ihnen zu drohen und Geld, Klamotten oder den Walkman abzunehmen. Die Haltung: Wer zu schwach ist, ist Beute. Wer mich nicht schlagen kann, den schlage ich. Am Ende standen schwere Körperverletzung, Schulabbruch und das erste Mal Knast.

Für Ahmed war das wie eine Reifeprüfung. Er und seine Cousins waren nun endlich Männer, so sahen sie es zumindest selbst und klopften einander auf die Schultern.

Einige Familienangehörige wollen allerdings nichts mit der Kriminalität zu tun haben. So wie Ahmad Omeirat. Der 33-Jährige trägt Anzug, redet geschliffene Sätze, bedient sich raumgreifender Gesten. Er sitzt für die Grünen im Essener Stadtrat, kandidiert für den Landtag in NRW und findet: Den Clans wird Unrecht getan, sie würden vorverurteilt.

Er ist bereit, FOCUS ein langes Interview zu geben, und lädt in sein Büro ein. Doch dann will er nicht mehr zitiert werden. Begründung: Journalisten schrieben sowieso negativ über die bekannten Familien.

Sie können sich exzellente Anwälte leisten

Uli Grötsch, Innenpolitiker für die SPD im Bundestag, sieht das anders: „Die Clans sind ein Teil der organisierten Kriminalität, mehr nicht. Da ist die Polizei gefragt. Die Politik kann flankieren und damit Parallelgesellschaften verhindern.“ Stephan Mayer, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, fordert deutlich mehr Härte: „Viele Angehörige haben keinen gesicherten Aufenthaltsstatus. Warum schieben wir sie nicht ganz einfach ab?“

Aber wie abschieben, wenn den Gangstern nichts nachzuweisen ist? Eine Verurteilung fällt deshalb oft flach oder zumindest milde aus, weil sich die Paten exzellente Anwälte leisten können.

Der Strafverteidiger Burkhard Benecken aus dem nordrhein-westfälischen Marl vertritt Mitglieder der Al-Zeins wegen unterschiedlichster Straftaten. Ob sie eine gute Sozialprognose haben? „Einmal kriminell heißt nicht für immer kriminell - auch nicht bei den Clans.“ Benecken betont sogar, dass sich viele seiner Mandanten läutern. Egal, was sie vorher verbrochen hätten.

Auch Ahmed probierte es zwischendurch mit ehrbarer Arbeit - zynischerweise als Ladendetektiv. Doch den Job hat er wieder aufgegeben.

Beim letzten Treffen mit FOCUS will er noch einmal zeigen, dass er es nach oben geschafft hat. Fast ganz nach oben. Er liebt schöne Autos, fährt mit einem roten Sportwagen vor. Die Nobelkarossen der Clans sind auf Strohmänner zugelassen, oft deutsche Nachbarn, die Geld brauchen. Ahmed hängt den Unterarm lässig über die Fahrertür, die Rolex blitzt im Licht der Straßenlaterne auf. Dann macht er die Scheinwerfer an. Auf einmal ist die Sicht ganz klar.

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fucking owned. demolished.

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@tiniest-jo
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Notorische Lügner = Spitzenpolitiker
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